(Nürnberg, 3. November 2010) Vor rund 1500 Fachleuten aus der Sozialwirtschaft verlieh am vergangen Mittwoch die bayerische Sozial- und Familienministerin den renommierten Wissenschafts- Preis an Dr. Barbara Mittnacht. Ihre an der Universität Bremen geschriebene Dissertation „Qualitätsentwicklung und Nachhaltigkeit im Kontext häuslicher Pflegearrangements“ überzeugte die Jury. Bevor sie in ihrer Laudatio auf die Arbeit der Preisträgerin einging, betonte Haderthauer die insgesamt sehr hohe Qualität der eingereichten Arbeiten. Obwohl der Preis noch nicht sehr lange verliehen werde, würden sich bereits erfahrene Wissenschafts-Teams bewerben.
 
 
Ihr Dank galt dem Stifterunternehmen, der  Dr. Loew Soziale Dienstleistungen, die den Preis im Jahr 2005 zum ersten Mal ausgelobt hatte.  Das familiengeführte Unternehmen aus der Oberpfalz engagiert sich im gesamten bayerischen Raum intensiv und mit flexibel angewandten Betreuungskonzepten für Menschen mit geistiger Behinderung, mit psychischer Erkrankung, für Jugendliche und für Senioren.
 
 
Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität
„Wir wissen alle ganz genau, wo und vor allem wie wir einmal gepflegt werden wollen - mit Menschlichkeit und Professionalität“, begann Haderthauer ihre Ausführungen zur Arbeit von Dr. Barbara Mittnacht. Die Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität sei der zentrale Aspekt für eine qualifizierte und an den Bedürfnissen der Betroffenen orientierte Betreuung und Versorgung. Jeder Einzelne von uns wolle - zu Recht - gut und menschenwürdig versorgt sein, sollte er einmal pflegebedürftig werden.
 
Die zentrale Frage nach der Pflegequalität sei aus wissenschaftlicher Sicht bisher nahezu unbeantwortet geblieben. Stattdessen gäbe es Ad-hoc-Festlegungen und es fehlen Kriterien, die eine Beurteilung der Situation von pflegebedürftigen Menschen im häuslichen Umfeld ermöglichen und dabei den Schwerpunkt auf die Ergebnisqualität legen.
 
Wichtiger Maßstab für die Qualität der Pflege ist das, was bei den Pflegebedürftigen ankommt. Der Blickwinkel muss deshalb stark auf die Pflegebedürftigen konzentriert sein. Genau hier setzt die Arbeit von Dr. Mittnacht an. „Was ist gute Pflegequalität in der häuslichen Pflege?“  Mittnacht stellt einen entsprechenden Qualitätsbegriff sowie Kriterien und Indikatoren vor, um sich dieser Frage zu nähern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Nachhaltigkeitskriterien wie „Gesellschaftliche Teilhabe“, „Selbstbestimmung“, „Partizipation“ und „Lebensqualität“.
 
Die Jury bewertete die Dissertation von Frau Dr. Mittnacht als besonders innovativ. Der vorgestellte Ansatz hilft, konkrete Handlungsempfehlungen auszusprechen und hat so das Potential, die Praxis der sozialen Arbeit maßgeblich zu beeinflussen.
 
Bei ihrer Eröffnungsrede zur diesjährigen Messe wies die Ministerin – wieder einmal – darauf hin, “dass es nicht sein kann, dass in unserer Gesellschaft das Zusammenschrauben eines Autos besser bezahlt ist, als die Pflege eines Menschen. Das ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft“. Aus diesem Grund hat Haderthauer einen Gipfel zur Zukunft sozialer Berufe ins Leben gerufen. Darüber hinaus rief die Ministerin die Sozialwirtschaft dazu auf, viel selbstbewusster zu sein und auf ihren Wert in der Gesellschaft zu pochen.
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Ministerin Christine Haderthauer hält die Laudatio auf Dr. Barbara Mittnacht
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Ministerin Christine Haderthauer,
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Dr. Loew Direktor JoachimRauscher, Gewinnerin Dr. Barbara Mittnacht
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Staatsministerin Christine Haderthauer verleiht zum sechsten Mal den von Dr. Loew Soziale Dienstleistungen gestifteten ConSozial Wissenschafts-Preis.

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